Jürgen Klopp hat den nächsten Kader der Nationalmannschaft nominiert und dabei für einige Überraschungen gesorgt. Weil das Aufgebot von 44 auf 24 Profis heruntergekürzt wurde, gibt es naturgemäß auch einige Verlierer beim DFB.
Karim Adeyemi (24/FC Barcelona)
Fulminant war Adeyemi in die neue Saison gestartet. Mit seinem Wechsel nach Barcelona hat der Flügelstürmer wohl alles richtig gemacht. Wettbewerbsübergreifend sammelte er bislang sieben Scorerpunkte in 14 Einsätzen. Warum also verzichtet der Bundestrainer auf den pfeilschnellen Offensivspieler?
Zur Wahrheit gehört, dass die Formkurve bei Adeyemi seit einigen Wochen nach unten zeigt. In der Liga blieb Adeyemi trotz mitunter hoher Siege von Barça seit fünf Spielen komplett ohne Torbeteiligung. In der Champions League hatte er gegen Paris St. Germain (2:4) keinen Impact, gegen Aston Villa (3:0) setzte Trainer Hansi Flick ihn gar nicht erst ein.
Schaut man auf seine beiden ersten Auftritte im DFB-Trikot unter Klopp, bleibt zudem nur ein ehrliches Fazit: Er war stets bemüht. Adeyemi erspielte sich zwar gute Torchancen und brachte sein Tempo zu seinem Vorteil ein, im Abschluss versagte er aber kläglich und vergab einige hochwertige Möglichkeiten.
Die abfallende Form und der durchwachsene Eindruck aus den Partien gegen die Niederlande (1:1) und Griechenland (0:1) haben den Bundestrainer wohl dazu bewegt, vorerst auf Adeyemi zu verzichten.
David Raum (28/RB Leipzig)
Etwas überraschend gehört auch David Raum nicht zum Team, das in der Nations League an den Start geht. Der Kapitän der Leipziger hat inzwischen 40 Länderspiele auf dem Konto und ist jemand, der lautstark vorangeht. Offenbar Attribute, die in der nächsten Maßnahme nicht so gefragt sind. Stattdessen setzt Klopp auf Nathaniel Brown und Maximilian Mittelstädt.
Die inkonstante Form von RB könnte den Verzicht auf Raum begünstigt haben. Beim Flügelverteidiger hatten sich im Verlauf der Saison immer wieder schwächere Auftritte eingeschlichen, auch wenn er beispielsweise in der Champions League bei der gestrigen 2:3-Niederlage gegen Manchester City ordentlich ablieferte.
Abgeschrieben ist Raum sicher nicht. Die Außenverteidiger-Positionen bleiben weiterhin eine Baustelle in der DFB-Elf. Überzeugen Brown und Mittelstädt nicht, könnte Raum schnell wieder Teil der Mannschaft werden.
Dass der 28-Jährige regelmäßig die Möglichkeit bekommt, sich in der Königsklasse auf höchstem Niveau zu beweisen, spielt ihm in die Karten. Allerdings gehört er jetzt erstmal zu den Verlierern der heutigen Nominierung.
Nick Woltemade (24/Juventus Turin)
Im Sommer kam es bei Woltemade zu einer großen Umstellung. Vom Königstransfer von Newcastle United aus dem vorherigen Sommer war sportlich gesehen nicht mehr viel übrig. Dementsprechend ging es in diesem Jahr per Leihe nach Turin. Bei Juventus läuft es für den Sturmriesen auch noch nicht ruckelfrei.
In der Europa League steht Woltemade bei drei Toren und einem Assist in drei Spielen. Eine durchaus sehenswerte Statistik. Demgegenüber stehen allerdings null Scorer in acht Serie A-Partien. Nicht nur die Fans der Alten Dame und die italienischen Medien sehen das kritisch.
In Klopps 44 Mann starkem XXL-Kader der vergangenen Länderspielperiode war Woltemade noch mit dabei. Jetzt muss er zuschauen. Das liegt wohl an der schwachen Torausbeute des Angreifers, hängt aber auch mit der starken Konkurrenz zusammen.
Wenn man bedenkt, dass selbst Phillip Tietz (neun Tore in zehn Spielen) oder Jonathan Burkardt (sieben Tore und vier Assists in zehn Spielen) nicht nominiert wurden, ist das Fernbleiben von Woltemade wohl auch keine große Überraschung.
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